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Beschreibung der Teilaufgaben

Alle Aufgaben folgen dem gleichen Schema: Zunächst wird akustisch eine Instruktion gegeben. Daran schließen sich zwei Probeaufgaben an, deren Beantwortung nicht in die Wertung einfließt. Während dieser Instruktionsphase kommt ein Kind nur dann zur nächsten Aufgabe, wenn es die richtige Antwortalternative wählt. Während des eigentlichen Tests unterbleibt die Rückmeldung.

  1. Wortverständnis
    In diesem Untertest hat das Kind die Aufgabe, dem dargebotenen Bild die richtige Wortalternative zuzuordnen. Es werden Wörter mit ein bis vier Silben dargeboten, wobei die Distraktoren sowohl phonetisch als graphemisch dem Zielwort ähneln. Alle Antwortalternativen einer Aufgabe haben stets die gleiche Anzahl an Silben.

    erfasste Fähigkeit: Dekodieren (Ganzworterkennung)





  2. Lesegeschwindigkeit

    In diesem Test, der nur in der Computerversion vorkommt, wird eine Schwellenmessung der Worterkennungsgeschwindigkeit vorgenommen. Zu diesem Zweck werden Namen im Anschluss an einen kurzen Hinweisreiz einzeln für kurze Zeit eingeblendet und nach Ende der Darbietungszeit durch eine Helligkeitsmaske maskiert. Die Auswahlalternativen werden erst mit Beginn der Einblendung eines Namens aktiviert und nach der Antwort wieder gesperrt.



    Zu jedem vorkommenden Jugennamen existiert im Itempool ein vergleichbarer Mädchennamen, der jeweils über die gleiche Anzahl an Buchstaben verfügt und der dem Jungennamen möglichst ähnlich ist, wie z. B. Katrin – Martin, Ulrich – Ulrike usw. Viele der allgemein gebräuchlichen Namen können sehr schnell an globalen Charakteristika erkannt werden, da keine Entsprechung desselben Namens für das jeweils andere Geschlecht existiert (bei männlichen Namen z. B. Frank, Wolfgang, Thomas etc.). Zur Umgehung dieses Problems wurden verstärkt jene Namenspaare berücksichtigt, an deren Endungen nicht zu erkennen war, welchem Geschlecht der jeweilige Name angehört. Diese Namen wurden zunächst von 112 Grundschulkindern ohne Zeitbegrenzung nach Geschlecht kategorisiert. Es wurden nur jene Namen einbezogen, bei denen beide Namen eines Paares von mindestens 90 % der Kinder korrekt klassifiziert wurden. Der Itempool besteht aus 32 Namen (jeweils 16 Mädchen- und 16 Jungennamen von denen jeweils 4 eine Länge von 4, 5, 6 oder 7 Buchstaben aufweisen). Die Darbietungszeit beginnt mit einer Dauer von 900 ms und wird nach jeweils vier Items angepasst.  Jeder dieser Viererblocks enthält jeweils ein Item mit einer Länge von 4, 5, 6 und 7 Buchstaben besteht zur Hälfte aus Jungen- bzw. Mädchennamen. Wenn alle Aufgaben eines Blocks richtig beantwortet wurden, wird die Darbietungszeit verringert, bei 3 Richtigen bleibt sie konstant und bei 0, 1 oder 2 gelösten Aufgaben wird sie verlängert. Der Korrekturbetrag ist zunächst auf 240 ms festgesetzt und wird von Block zu Block um 80 ms reduziert, sodass die Änderung der Darbietungszeit im Laufe des Untertests immer geringer wird und sich ein Niveau einpendelt. Die untere Grenze der Darbietungszeit beträgt 100 ms.
    Bei diesem Untertest gibt es einige Einschränkungen, die bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden müssen:
    Zum einen gibt es starke regionale und zeitliche Schwankungen hinsichtlich der Bekanntheit von Vornamen. Namen, die vor geraumer Zeit sehr beliebt waren, sind vielen Grundschulkindern nicht mehr bekannt, und Namen, die momentan sehr aktuell sind, veralten u. U. innerhalb weniger Jahre. Beispielsweise stuften im Vortest 23,2% der Kinder Marion als männlichen Vornamen ein. (Dieses Item wurde aussortiert.)
    Zum anderen hängt die Darstellungsgenauigkeit stark von der Leistungsfähigkeit und Systemlast des verwendeten Computers ab. Erreicht der Proband die untere Grenze der Darbietungszeit von 100 ms, so kann aufgrund der Schwankungen in der Darstellungsgenauigkeit die Zeitdauer der Darstellung unter die Wahrnehmungsschwelle von 60 ms fallen. In diesem Fall kann das Wort nicht mehr erkannt werden und es muss zwangsläufig geraten werden.
    Aus diesen Gründen und um die Vergleichbarkeit mit der Papierversion zu gewährleisten, fließt das Ergebnis dieses Untertest nicht in das Gesamtergebnis ein, sondern wird getrennt ausgewertet.


    erfasste Fähigkeit: Lesegeschwindigkeit



  3. Satzverständnis
    Während die ersten beiden Aufgabentypen ausschließlich Leseverständnis auf Wortebene erfordern, müssen Kinder beim Satzverständnistest den Sinn ganzer Sätze erfassen und dabei auch die Syntax berücksichtigen. Dem Kind wird ein Satz dargeboten, bei dem es für einen Satzteil (in der Regel ein einziges Wort) mehrere Auswahl­alternativen gibt. Die Aufgabe besteht darin, jene Alternative zu finden, die in den Satz passt. Die Auswahlalternativen – insgesamt 5 – gehören dabei derselben Wortart an und ähneln sich wiederum nach Möglichkeit graphemisch und phonemisch. Der Itempool besteht aus 28 Sätzen, bei denen das Targetwort ein Substantiv, ein Verb, ein Adjektiv, eine Konjunktion oder eine Präposition sein kann. Durch die Verwendung von Konjunktionen werden auch grammatikalische Kompetenzen des Kindes berücksichtigt.

    erfasste Fähigkeiten: sinnentnehmendes Lesen, syntaktische Fähigkeiten




  4. Textverständnis
    Der letzte Test schließlich befasst sich mit Textverständnis. Zum einen benötigt das Kind hierbei die Fähigkeit, Informationen im Text aufzufinden. Zum anderen müssen bei einem Teil der Aufgaben verschiedene Sätze miteinander in Verbindung gesetzt werden. Dem Kind wird hierzu ein Text sowie eine Frage dazu dargeboten. Die Aufgabe besteht darin, unter vier möglichen Antworten die richtige Alternative zu finden.

    erfasste Fähigkeiten: