Die Profilanalyse hat das Ziel, signifikante Stärken und Schwächen aufzudecken. Hierzu werden die Ergebnisse der einzelnen Untertests mit dem Gesamtergebnis verglichen. Überschneiden sich die Prozentrangbänder des Untertests mit dem Prozentrangband des Gesamtergebnisses, dann unterscheidet sich der Wert des Untertest nicht signifikant vom Gesamtergebnis. Überlappen sich die Prozentrangbänder nicht, dann liegt entweder eine signifikante Stärke, oder eine signifikante Schwäche vor, je nachdem, ob der Wert des Untertests über oder unter dem Gesamtergebnis liegt.
Die Ergebnisse innerhalb der einzelnen Untertests können auch differenziell ausgewertet werden. Diese Angaben fließen aber nicht in die Bildung der Normwerte ein:
Wortverständnistest:
Anzahl der richtigen Lösungen in Abhängigkeit von der Anzahl der Silben des Lösungswortes
Lesegeschwindigkeitstest:
Anzahl der richtigen Lösungen in Abhängigkeit von der Anzahl der Buchstaben des dargebotenen Namens
Satzverständnistest:
Differentielle Auswertung des Antwortverhaltens nach Wortart der
Antwortalternativen (Substantive, Verben, Adjektive, Präpositionen
und Konjunktionen)
Textverständnistest:
Differentielle Auswertung nach den folgenden Aufgabentypen:
Die
verschiedenen Unteraufgaben von ELFE 1-6 weisen in Bezug auf die
Gesamtheit der Normierungsstichprobe Korrelationen zwischen 0,518 und
0,734 auf. Die Zusammenhänge zwischen den Untertests und dem
Gesamtergebnis liegen demgegenüber etwas höher, da die
Untertestergebnisse in das Gesamtergebnis einfließen.
Betrachtet man verschiedene Leistungsgruppen so fällt auf, dass die Untertestergebnisse leistungsschwacher Kinder weniger stark mit dem Gesamtergebnis korrelieren verglichen mit den Ergebnissen leistungsstarker Kinder. Ein inhomogenes Leistungsprofil ist folglich ein Indikator für schriftsprachliche Probleme.